Warum bringt meine Website keine Anfragen?
Eine Website ohne Anfragen hat fast immer eine von sieben Ursachen. Die gute Nachricht: Die meisten davon kannst du in einer Stunde selbst prüfen.
Kurz gesagt
Wenn eine Website keine Anfragen bringt, liegt es meist an einer von drei Ebenen: Niemand findet die Seite, Besucher verstehen das Angebot nicht, oder der Kontaktweg funktioniert nicht. Der erste Schritt ist immer ein Selbsttest des eigenen Kontaktformulars – ein unbemerkt defektes Formular ist die häufigste und zugleich teuerste Ursache. Danach folgt die Prüfung, ob die Seite überhaupt Besucher erhält, und erst zuletzt die Frage nach Text und Aufbau.
Zuerst prüfen: Kommt überhaupt jemand an?
Bevor du an Texten oder Design zweifelst, teste den Kontaktweg. Schicke eine Anfrage über dein eigenes Formular und sieh nach, ob sie ankommt – auch im Spam-Ordner.
Formulare fallen still aus. Ein abgelaufener Zugang beim Mailversand, eine Serverumstellung beim Hoster, ein Update, das etwas verstellt hat: In allen Fällen sieht das Formular für Besucher normal aus, die Nachricht verschwindet aber im Nichts. Beschwerden kommen keine, weil niemand ein zweites Mal anfragt.
Ein realer Fall aus meiner Arbeit: Beim Biergarten Schlossallee Haag lief eine WordPress-Seite des Vorbesitzers, deren Formular seit Langem nicht funktionierte. Anfragen kamen gar nicht erst an, und es fiel über einen langen Zeitraum niemandem auf.
Prüfe zusätzlich, ob deine Telefonnummer auf dem Handy anklickbar ist und ob die angegebene E-Mail-Adresse tatsächlich gelesen wird.
Ursache 2: Die Seite wird nicht gefunden
Ohne Besucher gibt es keine Anfragen. Das klingt banal, wird aber oft übersprungen.
Prüfe zuerst, ob deine Seite bei Google überhaupt bekannt ist: Suche nach site:deinedomain.de. Erscheinen dort keine oder auffällig wenige Seiten, ist die Seite nicht richtig indexiert.
Suche danach nach deinem Firmennamen. Wer nicht einmal unter dem eigenen Namen auf Platz 1 steht, hat ein grundsätzliches Sichtbarkeitsproblem – meist fehlt ein Google-Unternehmensprofil oder die Seite ist technisch nicht auslesbar.
Ursache 3: Besucher verstehen nicht, was du anbietest
Der häufigste Textfehler: Die Startseite beschreibt, wer du bist, statt was der Besucher davon hat.
Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er richtig ist. In dieser Zeit muss klar sein: Was wird angeboten, für wen, in welchem Gebiet. „Ihr Partner für ganzheitliche Lösungen" beantwortet keine dieser Fragen.
Selbsttest: Zeige die Startseite jemandem, der dein Geschäft nicht kennt, und nimm sie nach fünf Sekunden weg. Kann die Person sagen, was du machst? Wenn nicht, liegt dort das Problem.
Ursache 4: Kein klarer nächster Schritt
Viele Seiten informieren gut, sagen aber nicht, was der Besucher tun soll. Oder sie bieten so viele Möglichkeiten an, dass keine gewählt wird.
Eine Seite braucht eine offensichtliche Hauptaktion, die auf jedem Bildschirm erreichbar ist: anrufen, schreiben, Termin buchen. Alles andere ist nachrangig.
Prüfe außerdem die Hürde: Ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern schreckt ab. Name, Kontaktmöglichkeit und Anliegen reichen fast immer.
Ursache 5: Die Seite funktioniert auf dem Handy nicht
Über die Hälfte der Besucher kommt über das Smartphone. Wenn dort Text zu klein ist, Schaltflächen zu eng beieinander liegen oder die Seite seitlich verschoben ist, springen diese Besucher ab.
Teste es selbst: Ruf deine Seite auf dem eigenen Handy auf und versuche, eine Anfrage zu schicken. Wenn du dabei zoomen musst oder danebentippst, tun das andere auch.
Ursache 6: Fehlende Vertrauenssignale
Gerade bei Dienstleistungen entscheidet Vertrauen. Fehlen echte Referenzen, ein Gesicht, eine Adresse und nachprüfbare Bewertungen, bleibt der Besucher zurückhaltend.
Wichtig ist die Nachprüfbarkeit. Selbst geschriebene Kundenstimmen ohne Quelle wirken heute eher misstrauisch machend als überzeugend – und erfundene sind nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb angreifbar. Ein verlinktes Google-Profil mit echten Bewertungen wiegt mehr als zehn Zitate auf der eigenen Seite.
Ursache 7: Die Erwartung passt nicht zur Nachfrage
Manchmal funktioniert alles, und trotzdem kommt wenig. Dann lohnt der nüchterne Blick auf die Nachfrage.
Wer in einer Kleinstadt eine Nischendienstleistung anbietet, nach der monatlich zwanzig Mal gesucht wird, wird über die Website keine zwanzig Anfragen bekommen – selbst auf Platz 1 nicht. Die Website ist dann nicht das Problem, sondern der Kanal.
In diesem Fall bringen Empfehlungen, ein gepflegtes Google-Profil oder gezielte Anzeigen mehr als weitere Optimierung an der Seite.
Häufige Fragen
- Wie teste ich, ob mein Kontaktformular funktioniert?
- Schicke selbst eine Testanfrage über das Formular und prüfe Posteingang und Spam-Ordner. Wiederhole das einmal im Quartal, weil Formulare durch Serverumstellungen oder abgelaufene Zugangsdaten unbemerkt ausfallen können.
- Wie finde ich heraus, ob meine Website bei Google indexiert ist?
- Suche bei Google nach site: gefolgt von deiner Domain, also zum Beispiel site:beispiel.de. Werden dort keine oder auffällig wenige Seiten angezeigt, kennt Google deine Seite nicht vollständig.
- Wie viele Anfragen sind über eine Website realistisch?
- Das hängt vollständig vom Suchvolumen im Einzugsgebiet ab. Bei einer lokalen Dienstleistung in einer Kleinstadt können fünf Anfragen im Monat bereits das Maximum sein, bei überregionalen Angeboten deutlich mehr. Wer eine konkrete Zahl garantiert, ohne die Nachfrage zu kennen, verkauft ein Versprechen.